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   September 2007  

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Es ist schön, wenn man mal das Angebot bekommt, ein halbes Jahr im Ausland arbeiten zu können. Mich verschlug es nach Toulouse / Südfrankreich. Die "Große Nation" ist auch wirklich eine - was jedenfalls nach meinem Eindruck die Sehenswürdigkeiten betraf. An den Wochenenden habe ich viel unternommen und natürlich auch viel fotografiert.

Auf dieser Seite habe ich einmal mit Panorama - Aufnahmen experimentiert. Erwartet also keine spektakulären Sehenswürdigkeiten.


- Lass Dich überraschen -




Albi
ist allein schon wegen seiner Kathedrale sehenswert. Die einschiffige Saalkirche Sainte-Cécile ist aufgrund der Geschichte dieser Stadt, der wohl einzigartige Kirchenbau im Stil der Backsteingotik den ich je gesehen habe.
Im ehemaligen Bischofspalast beherbergt
Albi die größte Sammlung eines Sohnes dieser Stadt : Henri de Toulouse-Lautrec - einem bedeutenden Künstler des Spätimpressionismus.
 


Nach
Albi ist die religiöse Gemeinschaft der Albigenser (auch Katharer) benannt, die im Mittelalter schweren Verfolgungen durch die katholische Kirche ausgesetzt waren. Als Atheist glaube ich fest an die gewaltfreie Toleranz gegenüber anderen Religionen und Kulturen.
Diese Geschichte hat mich (wie wohl auch
IRON MAIDEN 's "
Montségur") so fasziniert; dass ich verschiedene geschichtsträchtige Orte wie : Montségur, das Grafenschloss von Foix, La Cité de Carcassonne, Château de Quéribus, Château de Puilaurens und Château de Peyrepertuse einfach besuchen musste. Beeindruckend und vor allem hat es Spass und neue Einsichten gebracht.

Toulouse ist mit unter den 10 größten Städten Frankreichs (ca. 450.000 Einwohner) und das Zentrum des Europäischen Flugzeugbaus durch Airbus. Unten ein Überlauf des Flusses Garonne mitten in der Stadt.
 


 


Der Ministaat
Andorra in den Pyrenäen ist allenfalls einen Ausflug wert - von TLS etwa 3-4 Stunden mit dem Auto. Ein bisschen schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man sich in Richtung Pas De La Casa der Grenze nähert und sich auf einer unendlich wirkenden Serpentine "hochschraubt".
Wer nicht wegen den vielen zumeist ungesunden und steuerfreien Konsumartikeln (u. a. Tabak & Alk...) gekommen ist, kann hier wunderbar wandern, Radfahren und im Winter seine Abfahrtstechnik auf ein paar hervorragenden Skipisten erweitern. ... oder einfach nur nach Spanien (in diesem Fall nach Barcelona) weiterfahren.
 

 


Der breite Französische Mittelmeerstrand bei Perpignan (oben) mit Blick auf die vielen Spanischen Grenzfesten, die wir mangels an Zeit leider auslassen mussten.
 


Über die Millionenmetropole Barcelona (o. ein Vorort / u. Blick auf den Hafen) möchte ich nur soviel sagen, dass diese Stadt es nicht verdient hat, sollte es so sein, dass ihr sie noch nicht besucht haben solltet !?
Drei Dinge kann man ohne ellenlange Absätze schreiben zu müssen, hier aber kurz mal erwähnen : Multi-Kulti überall, Fußball (1.FC ...) und die Baustelle der Kathedrale
Sagrada Familia des Spanischen Architekten Antoni Gaudi (1852 - 1926), der wie man an fast jeder Ecke sehen kann, die Stadt entscheidend geprägt hat.
 


 ... es ging weiter auf den Spuren der Katharer ein paar Wochenenden später ...
 

Château de Puilaurens (hier links und oben) war über Jahrhunderte ein wichtiger Teil der Französischen Grenzfesten gegenüber Spanien, das übrigens aufgrund ihrer hervorragenden strategischen Lage und den Verteidigungsanlagen, nie erobert werden konnte.

Rechts Fontaine de Fontestorbes : Zeitweise begehbar - ansonsten eine intermittierende Quelle ein paar Kilometer von Montségur entfernt, die halbstündlich versiegt um dann wieder anzuschwellen und aus der zu der Zeit unseres Besuches hervorragendes Quellwasser floss.

Unten : Nach einem beschwerlichen einstündigen Aufstieg erreicht man den Schicksalsberg von Montségur - hier soll die Verfolgung der Katharer durch ein Heer von Kreuzrittern Anno 1244 - nach zehnmonatiger Belagerung und anschließender Verbrennung von über 200 "dualistisch denkender" Christen auf dem Scheiterhaufen ihr endgültiges Ende gefunden haben.

Die wenigen Katharer die vor der Eroberung / Kapitulation flüchten konnten, sollen der Legende zufolge, den Heiligen Gral in dieser Gegend von Südfrankreich versteckt haben.

Wissenschaftliche Nachweise bzw. Funde lassen leider bis heute auf sich warten.
Rechts unten auf dem Parkplatz ein Reisebus !


Château de Quéribus (unten) ist wohl der 2. mystische Ort in dieser Gegend, da hier die entkommenden Verfolgten weitere 20 Jahre überleben konnten, bevor die Katharerbewegung in Frankreich endgültig ein Teil der Geschichte wurde. Auf einer Höhe von 728 m hat man vom Burgfried aus einen atembraubenden Ausblick in die nähere Umgebung - bei guter Sicht bis zu 20 km in das Land hinein. Außerdem kann man eine architektonische Meisterleistung (den großen Säulensaal) bewundern.
 


In Sichtweite und unmittelbarer Nähe befindet sich das Château de Peyrepertuse, welches bereits in der Römerzeit erwähnt wurde, jedoch in der erwähnten Geschichte eine eher untergeordnete Rolle spielte. Hauptsinn dieses Ausfluges war jedoch naturnah die Geschichte erleben und ein paar unauslöschbare Eindrücke mit nach Hause nehmen zu können.
 


Unten : In der Nähe von Millau und des gigantischsten Brückenbauwerkes des 20. Jahrhunderts hat u. a. der Fluss Tarn über Jahrmillionen eine beeindruckende Schluchtenlandschaft erschaffen, die jeden Paddelfreund verzücken würde. Man spricht nicht umsonst vom Grand Canyon Frankreichs, obwohl dieser Vergleich ein wenig hinterherhinkt, weil dort alles viel grüner ist.
Wenn man nicht mit dem Boot unterwegs sein kann oder möchte, so gibt es verschiedene eindrucksvolle Aussichtspunkte die man mit dem Auto oder zu Fuß entdecken kann.
 

Eines ist sicher, das ein paar Tage nicht ausreichen, um das alles ein wenig intensiver kennen lernen zu können.

   September 2007